Tante und Neffe
Lifestyle

Test: 5 Tage Leben mit Kleinkind | Mamis sind die wahren Helden

Hallo meine Lieben.

Die letzten Tage waren super aufregend, abwechslungsreich und manchmal sogar (positiv) anstrengend für mich. Grund dafür war die Kita Urlaubswoche von meinem kleinen Neffen. Während meine Schwester und mein angehender Schwager wieder ihrem Job nachgehen mussten, habe ich meine Flexibilität dafür genutzt, mir ein paar Tante-Neffen-Tage zu gönnen. Mein Urlaub mit Kind entpuppte sich im Nachhinein zum Leben mit Kind – der perfekte Selbsttest für meine eigene Zukunft. Vorab möchte ich noch kurz erwähnen, dass ich nicht das erste Mal auf meinen kleinen Scheißer aufgepasst habe und auch generell eine sehr innige Bindung zu Lio besteht.

Goodbye Privatleben

Ich höre oft den Satz „Mit einem Kind verändert sich alles“. Im wahrsten Sinne des Wortes! Um 5:30 Uhr klingelt mein Wecker, um täglich meinem Sport nachgehen zu können, bevor mein eigentlicher Alltag um 6:45 Uhr beginnt. Kaum ist meine Schwester aus dem Haus, muss ich ein kleines Kind trösten, welches nach seiner Mama schreit. Nach einer Kuschelrunde mit Tante und einigen Quatscheinheiten sind die Tränen dann schnell wieder getrocknet. Doch eine weitere Stunde Schlaf ist nicht drin, obwohl Tante Diana nach 45 Minuten Joggen fix und fertig ist, allerdings interessiert das Kinder wenig – sie sind aktiv und wollen beschäftigt werden.

Gerade noch war das Wohnzimmer aufgeräumt, so wird es in der nächsten Sekunde zu einer Spielwiese umgewandelt, denn Kinder haben da ihre ganz eigene Ordnung.
Wir widmen uns zwar alle lieber den schönen Dingen im Leben, aber auch ein Kind muss in der Früh gewickelt und gewaschen werden. Sicherlich kennen das einige von euch noch aus der eigenen Kindheit, dass der Gang ins Bad nicht immer mit Freude verbunden war, schon gar nicht, wenn man doch lieber mit seinen Spielsachen beschäftigt ist. Nichtsdestotrotz muss ich für die ersten zwei Minuten die böse Tante sein und setze Lio aufs Töpfchen. Nach ein paar meckernden Lauten aus seinem süßen Mund sorgt der Ball wieder für Zufriedenheit. Doch das nächste Drama droht, der Albtraum vieler Kinder: WASCHEN! Auch hier wird Tante angemeckert, aber was muss das muss. Um die Wascheinheit in ein Spiel umzuwandeln, versucht Lio immer wegzurennen. Mit einem Waschlappen ausgerüstet jage ich Lio durch das ganze Bad. Warum alles in 5 Minuten abwickeln, wenn man auch alles in 15 Minuten erledigen kann? Kinder haben ihre eigenen Regeln. Zum Schluss versuche ich ihm seine Zähnchen zu putzen und erkläre Lio ganz nebenbei, dass Zahnpasta keine Süßigkeit ist, die man ablutschen kann, sondern diese zum säubern der Zähne gedacht ist. Hm, macht das mal einem Kleinkind im Alter von 1,5 Jahren begreiflich… Fast unmöglich aber dennoch täglich ein kleines Abenteuer mit einem fetten Grinsen in meinem Gesicht, denn am Ende ist es immer interessanter die Zahnpasta zu „essen“ oder der Tante die Zähne zu putzen.

Der nächste Gang zur Wickelkommode ist immer sehr emotional für mich. Dort steht ein riesiges Bild meines Vaters, Lios Opa. Die Zwei durften sich leider nie persönlich kennen lernen, dennoch besteht eine ganz besondere Bindung zwischen Opa und Enkel, die unsere Familie seit Geburt von Lio aufgebaut hat. „Hallo Opa“ ertönt aus seinem Mund, während er mit seiner kleinen Hand über das Foto fährt. Während ich den Tränen sehr nahe bin, kleide ich Lio für den Tag ein. Fertig angezogen wird schnell noch das ganze Kinderzimmer verwüstet, bevor es dann zum Frühstück in die Küche geht. Ich packe Marmelade, Käse, Wurst und Obst auf den Tisch, um Lio zu fragen, was er essen will. „Käs“ (Käse) und ‚Ntella“ (Nutella) werden bevorzugt aber auch sämtliches Obst wird mit Genuss verschlungen. Während ich damit beschäftigt bin, dass Lio brav isst und die Hälfte nicht unter seinem Stuhl landet, ertappe ich mich dabei, wie ich selber ungewöhnlich wenig für meine Verhältnisse esse, weil meine ganze Aufmerksamkeit bei meinem kleinen Neffen liegt.

Kinder wollen Action und lieben es an der frischen Luft zu sein. Kaum aufgegessen höre ich eine Kinderstimme „Tante Auto draußen“ schreien. Während ich noch die Essensreste vom Boden wische und alles einräume, steht bereits ein kleiner Zwerg mit seiner Jacke vor mir und äußert erneut seinen Wunsch, dass er bitte raus möchte. Ich schalte meinen Turbogang ein, bevor Lio mir noch mein ganzes Schuhsortiment in die Küche trägt. Fünf Minuten später ist Lio bereits fertig angezogen und es geht endlich an die frische Luft. Im übrigen trage ich einen Jogginganzug, Sneaker und bin komplett ungeschminkt – irgendwie fehlte mir die Zeit zum hübsch machen, obwohl ich ja eigentlich immer großen Wert auf mein Äußeres lege. Draußen versucht Lio alles auszuprobieren, was ihm in den Weg kommt. Über Steine laufen ist besonders interessant, genauso wie Bagger bei ihrer Arbeit zu beobachten. Gefahren kennt der kleine Mann nicht, man muss doch immerhin alles testen und dementsprechend ist Tante Diana immer damit beschäftigt auf den kleinen Mann aufzupassen. Nach fast zwei Stunden kehren wir dann ins Haus zurück, um Mittag zu essen. Leider haben wir es bis heute noch nicht hinbekommen, das Oberteil vom Mittagessen zu verschonen aber ich bin guter Dinge, dass wir auch das irgendwann schaffen, immerhin sind wir ein gutes Team und meistern alles zusammen.

Gesättigt folgt dann der Gang aufs Töpfchen bevor es „Mittagsschlaf“ heißt. Ich würde alles für ein kleines Schläferstündchen geben, doch Lio findet Schlafen wird völlig überbewertet und somit wird erstmal eine Runde mit Tante geschimpft, bevor er ins Land der Träume taucht. In den nächsten eineinhalb bis zwei Stunden habe ich endlich mal Zeit das Bett zu bauen, mich zu duschen, in Ruhe Mittag zu essen und meine Mails zu checken, die allerdings unbeantwortet bleiben, da das Zeitpensum knapp ist.

Nach dem Mittagsschlaf heißt vor dem Mittagsschlaf. Kinder wollen beschäftigt werden. Somit verbringen wir die Nachmittage – nach einer kleinen Zwischenmahlzeit – am Teich, auf dem Spielplatz, im Zoo oder mit einem längeren Spaziergang im Bobby-Car. Täglich eine andere Location, um neue Dinge zu entdecken und die Neugier von Lio zu sättigen. Wer jetzt denkt, Kleinkinder sind schnell erschöpft, der hat meinen kleinen Neffen noch nicht kennengelernt. Auch zum Feierabend von Mama und Papa lehrt der süße Fratz seine Eltern, dass der Feierabend noch lange nicht in Sicht ist, denn jetzt möchte er natürlich auch die Aufmerksamkeit seiner zwei Lieblingsmenschen in vollen Zügen genießen. In den letzten Tagen habe ich meine Schwester und ihren Freund auch für diese Zeit ein wenig entlastet, immerhin wartet noch die Fertigstellung der Außenanlage und der Haushalt auf beide und dann ist es natürlich immer ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass das Kind bei der Tante gut aufgehoben ist und man auch mal zu Dingen kommt, die mit Kind oft auf der Strecke bleiben.

Resultat: Mamis, ihr seid die wahren Helden!

Bereits vor ein paar Tagen habe ich auf Insta Story (Intagram: diana_koenig) „Mamis, ihr seid die wahren Helden da draußen“ geäußert und möchte diese Aussage auch an dieser Stelle noch einmal doppelt unterstreichen! Nach dieser Woche ist mir erneut bewusst geworden, wie viel Power in vielen Frauen steckt. Mütter leisten Großartiges und es ist schwer den Verdienst von Müttern zu würdigen. Nichtsdestotrotz kann man diesen Blogpost mal zum Anlass nehmen, um darüber nachzudenken, welch entscheidende und dennoch oft übersehene Rolle sie im Leben ihrer Kinder einnehmen. Normalerweise braucht jede Mutter 48 Stunden pro Tag und dennoch rocken sie alles in nur 24 Stunden. Ein Hoch auf alle Mamis! Ein Achtstundentag im Büro (auf Arbeit) ist ein Sch*** gegen die Rolle „Mama zu sein“.

Mein Resultat 

So anstrengend das Leben mit Kind auch sein kann, am Ende gibt es nichts Schöneres. Ich für meinen Teil habe keine Angst davor, später die Rolle als Mama einzunehmen, auch wenn ich mir bewusst darüber bin, dass sich mein Leben ab diesem Zeitpunkt von heute auf morgen ändern wird. Die Zeit mit meinem Neffen war wieder einmal etwas ganz Besonderes für mich, weil auch ich an ihm gewachsen bin. Es gab so viele magische Momente in dieser Woche, die man sich mit keinem Geld der Welt kaufen kann. Ein Lächeln von ihm und ich bin rundum glücklich!

An dieser Stelle muss ich auch noch einmal betonen, dass ich sehr glücklich darüber bin, dass mein kleiner Neffe Lio grandiose Eltern hat und seine Kindheit in verhüteten Verhältnissen verbringen darf. Ich bin sehr stolz auf meine Schwester und ihren Freund!

Ach ja, fast hätte ich es vergessen zu erwähnen: Meine Haut hat sich die Woche besonders gefreut, da ich nicht zum Schminken gekommen bin. Des Weiteren hatte ich mein Handy so wenig, wie noch nie, in der Hand aber auch die eigentliche Arbeit ist liegen geblieben. ABER kein Social Media kann das WAHRE LEBEN mit meinem Neffen ersetzen. 😉

Seid ihr schon Eltern oder habt ihr später auch mal eigene Kinder in eurem Leben geplant? Wie betrachtet ihr das Leben mit Kind?

PS: Am Freitag waren mein Neffe und ich im Erfurter Zoo. Für mich ein ganz besonderer Ausflug, denn mein Papa war mit mir in Lios Alter ebenfalls dort. Hiervon gibt es einige Fotos von Paps und mir, die mitunter meine Lieblingsbilder sind. Mit Lio sind sogar einige Abzüge entstanden, die denen von Daddy und mir ähneln…

Daddy and me -Erfurter Zoo

Tante und Neffe -Erfurter Zoo

Daddy and me -Erfurter Zoo

Tante und Neffe -Erfurter Zoo

 

 

 

 

 

 

 

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